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Theater "Schimmelreiter" besucht

 

Am 26. April besuchten wir, einige Schüler der Klasse 10LF und ein Schüler aus der Qualifikationsphase (Q2), eine von drei Rezitatoren des Theater „Mignon“ aus Hamburg gehaltene, inszenierte Lesung der Novelle „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm. Über den Verein „Kultur tut Leer gut“ konnte Herr Engels vergünstigte Eintrittskarten für uns beziehen, sodass wir die Aufführung besuchen konnten. Bevor uns die Regisseurin einige Ausschnitte aus der Novelle vorstellte und den Standort und die realen Hintergründe des Deichbaus zu Storms Zeit und des Hauke-Haien-Koogs erläuterte, hielt der Sparkassenvorsitzende noch eine Rede.

Unsere Erwartungen waren anfänglich nicht sonderlich groß, doch während der Vorstellung haben wir den Schimmelreiter für uns entdeckt. Die Darstellung wurde mit passender Musik unterlegt und die Texte mit Leidenschaft vorgelesen, so dass die Zuhörer gefesselt wurden.

Vor allem die Spannungshöhepunkte wurden durch ein harmonisches Zusammenspiel von Licht-, Ton- und visuelle Effekten, bspw. Nebel, unterstützt, sodass die zahlreichen Zuschauer völlig in das Geschehen „hineingezogen“ wurden. Dazu trug auch die spezielle Ausrichtung des Zuschauerraums bei, denn die Rezitatoren wechselten ihre Standorte: Mal standen sie (teilweise wild gestikulierend) an Stehpulten inmitten des kreisrund um die „Bühne“ angeordneten Zuschauerraums, dann bewegten sie sich frei durch diesen, mal sprachen sie unheilsbringend im Chor aus dem ersten Stock des Sparkassenforums. Insgesamt waren wir begeistert von der Inszenierung des Theaters „Mignon“, die neben den spannenden auch die komischen Seiten des „Schimmelreiters“ betonte. Allerdings fanden wir – basierend auf unserer Lektüre im Unterricht – auch einige Kritikpunkte, die wir der Regisseurin nach der Vorstellung persönlich mitteilen konnten, da sie uns im Foyer ansprach und um Rückmeldungen bat:

So fehlte uns einzelne für die Entwicklung des Protagonisten Hauke Haien wichtige Schlüsselszenen, besipielsweise die der Ermordung der Katze und des sadistischen Verhalten Haukes gegenüber dem Tier, da durch diese Szene in der Novelle seine innere Wut auf seine Umwelt und somit auch eine andere Seite des sonst so ruhigen Hauke deutlich wird. Mit der Entscheidung, zum Beispiel diese Szene wegzulassen, wurde bewusst ein anderes Bild auf Hauke proijziert. Die Regisseurin räumte ein, sämtliche der vorgenommenen Kürzungen seien ihr schwergefallen, aber wegen der Länge des Textes unumgänglich gewesen. Dass Szenen gestrichen werden mussten, ist uns bewusst, jedoch fanden wir persönlich, dass die Tötung der Katze eine wichtige, dramatische und auch mit Effekten schöne, umsetzbare Szene gewesen wäre.

Lea H., Nele S., Melina W., Rika G., Jan H., Lina W., Lydia D.

 

Schimmelreiter 1

 

Schimmelreiter 2

 © Kultur tut Leer gut e.V.