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Besuch der Kaffeerösterei Baum von der Erasmus-AG

Am 02.11.2017 haben wir, die Erasmus-AG, Herrn Andreas Baum, den Inhaber der Kaffeerösterei, besucht, da wir uns in der AG mit dem Thema Unternehmungsgründung in Europa befassen. Von ihm erhofften wir Einblicke in die dazu notwendigen Schritte und Hintergrundwissen über die Gründung seines Unternehmens.

Zuerst haben wir etwas über die Kaffeerösterei Baum selbst erfahren. Gegründet hat Herr Baum diese am 04.11.2013 in der Altstadt. Damals war der Bereich mit der Rösterei nur 33m2 und das Büro 12m2 groß; nach einem Jahr wurde bereits ein extra Büro mit Lagerfläche hinzugenommen, und vor einem Jahr ist die Rösterei in ihren jetzigen Standpunkt in der Fußgängerzone umgezogen.

Das Unternehmenskonzept der Rösterei ist, alles händisch und manuell herzustellen, sowohl das Abwiegen und Abfüllen der Bohnen als auch Filtern des Kaffees und das Ausliefern. Dies schafft Kundennähe, da wirklich alles per Hand gemacht wird. Herrn Baum ist gerade der respektvolle Umgang gegenüber dem Kunden sehr wichtig.

Der Nachteil dieser Handarbeit seien in gewissem Maße die Personalkosten, welche entsprechend über den normalen Werten liegen.

In der Zukunft könnte es allerdings sein, dass die Rösterei Baum auch auf Maschinenproduktion und ‑abfüllung zurückgreifen muss, da sonst die Gefahr bestünde, von anderen Unternehmen abgehängt zu werden. Herr Baum hat betont, dass er grundsätzlich nichts gegen den Automatisierungsprozess hat, und glaubt, dass mit großen Veränderungen auch immense Chancen kommen können, man müsse nur mit der Zeit gehen.

Danach haben wir über die Produktion von Kaffeebohnen und Kakaobohnen in Hawaii gesprochen. In der Erasmus-AG haben wir im Rahmen unseres internationalen Projekts die Gründung des Unternehmens "Schoki-Doki", eine Schokoladenmanufaktur in der Größe der Kaffeerösterei, simuliert. Da wir uns in dieser Unternehmenssimulation vorstellten, selbst Schokolade herzustellen, hatten wir als ein Element angedacht, unsere Kakaobohnen ausschließlich aus Hawaii zu importieren, da Hawaii als „faires“ Anbaugebiet gilt. Herr Baum konnte dies nicht vollständig empfehlen, sondern es würde nur ein Teil aus Hawaii importiert werden, da es sonst zu risikoreich sei. Es sei nämlich nicht nur keine Vielfalt im eigenem Sortiment vorhanden, sondern es könnte auch zu Lieferproblemen kommen, z.B. in der Hurrikansaison, wenn die Bohnen beschädigt werden würden, muss man mit starken Preisschwankungen rechnen oder hätte sogar ein ganzes Jahr lang keine Möglichkeit, Schokolade bzw. Kaffee herzustellen. Außerdem ist Hawaii eben aufgrund des hoch entwickelten Anbaus sehr teuer. Hinzukommt, dass Hawaii zudem als Testfeld großer Konzerne wie z.B. Monsanto verwendet werde und die Insel dadurch stark belasten sei; so würden die Medien irgendwann auf diese Probleme hinweisen, und der Ruf des eigenen Unternehmens wäre ebenfalls gefährdet.

Herr Baum hat uns erklärt, dass es am wichtigsten ist, auf den Kundenbedarf einzugehen. Er selbst hat sich beim Hamburger Trendbüro informiert, welches Studien und Vision mit Megatrends für die nächsten 50 Jahre veröffentlicht. Die drei Punkte, welche hier an oberster Stelle stehen, sind Regionalität, Lokalität sowie Direktbetrieb. Diesem Marketingkonzept folgt die Rösterei Baum; so verwendet Herr Baum „direct trade“, welcher in einem Gegensatz zum fair trade steht. Beim Direct Trade gruppieren sich Abnehmer und Anbieter und arbeiten zusammen, durch z.B. KEDOVO.org. Herr Baum hat uns erklärt, dass sich in dieser Kooperative 476 Kaffeebauern in Kenia verbunden haben und über eine Kenianerin, welche hier lebt, nach Deutschland liefern Dadurch können gute Arbeitsbedingungen bestätigt werden, und das Verschiffen der Kakaobohnen muss nicht einzeln passieren, sondern gemeinsam, was preisgünstiger ist.

Im folgendem haben wir über die Umstände gesprochen, die bestehen, wenn man hier in Deutschland ein Unternehmen gründen möchte. Ein Problem in Deutschland sei eine gewisse Unsicherheit und eine überregulierende Bürokratie. Herr Baum meinte, Deutsche seien sorgenfokussiert und arbeiten daher sehr genau, damit keine Fehler entstehen. Wenn man ein Unternehmen gründen möchte, sollte man frühzeitig zu Finanzamt, Gewerbeaufsichtsamt, Bauamt und Veterinäramt Kontakt aufnehmen. Es würde ohnehin kein Weg daran vorbeigehen, und wenn man es früh genug macht, wecke dies einen guten Eindruck, und man hätte bereits für später Kontakte geknüpft.

Zuletzt hat uns Herr Baum in Bezug auf Unternehmer gesagt, dass man seine eigenen Fähigkeiten erkennen müsse. Man solle sich auf das konzentrieren, was man selbst gut kann, und die anderen Aufgaben denjenigen überlassen, die diese ihrerseits gut könne.

Wir bedanken uns bei Herrn Baum dafür, dass er sich die Zeit für uns genommen hat und können den Kaffee bzw. die heiße Schokolade der Kaffeerösterei Baum nur weiterempfehlen.

Fenja F.

 

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