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MINT-EC Camps

Schüler des UEG waren auf  Mint Camps in Freiberg und Rottweil. In dem folgenden Bericht erzählen 2 Schüler über die Camps.

 

Besuch eines MINT-Camps zum Thema moderner Bergbau

Ich, Mischa, bin 17 Jahre alt und besuche zurzeit die 12. Klasse am UEG. Da ich mich schon immer für Naturwissenschaften interessiert habe, meldete ich mich in diesem Jahr für das MINT-EC Camp Moderne Geotechnik: Auf der Suche nach Hightech-Rohstoffen in Freiberg (das liegt in Sachen bei Dresden) an. Im Folgenden werde ich ein wenig von meinen wertvollen Erfahrungen, die ich dort sammeln konnte, berichten.

Wie die meisten von euch sicher wissen, ist das UEG Teil des deutschlandweiten MINT-EC Programms, ist also eine Schule mit einem Schwerpunkt auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. So kann man beispielsweise auch ein mathematisch-naturwissenschaftliches Profil wählen.

Das Camp

Nun aber zum Thema des Camps: Freiberg liegt im sächsischen Erzgebirge und ist ein sehr alter und traditioneller Bergbaustandort und besitzt heute eine Technische Universität, die als einzige in Deutschland einen Forschungsschacht unterhält. In diesem Bergwerk können Wissenschaftler Untersuchungen unter den speziellen Bedingungen „unter Tage“ anstellen. Auch wir etwa 20 Schüler aus ganz Deutschland durften den Stollen besichtigen und Experimente mit autonomen Robotern durchführen, die z.B. den Sauerstoff- und Kohlenmonoxidgehalt der Bergwerksluft überwachen und in Zukunft sogar Mineralien und damit wertvolle Rohstoffe im Fels automatisch bestimmen können sollen. Andere Wissenschaftler erforschen in dem Bergwerk chemotrophe Bakterien, die Einzelbestandteile von Mineralien lösen und deren chemische Energie biologisch nutzbar machen können. Anders als bei der von Pflanzen betriebenen Photosynthese ist für die sogenannte Chemosynthese keine Sonnenenergie notwendig, weshalb diese Bakterien an dem unwirtlichen Ort eines Bergwerks überleben können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen die Rohstoffförderung erleichtern, aber in Zukunft z.B. auch die Ernährung von Menschen auf kalten Planeten wie dem Mars und damit ihre Besiedlung ermöglichen.
Abschließend muss ich sagen, dass die Teilnahme an einem solchen MINT-Camp sehr interessant ist und eine gute Abwechslung zum Schulunterricht darstellt. Daher empfehle ich jedem, diese Chance zu nutzen und sich für eines der spannenden Seminare anzumelden.

Kleiner Exkurs in die ökologische und politische Bedeutung der High-Tech-Rohstoffe

Rohstoffe spielen in unserer hochtechnisierten Welt eine größere Rolle als jemals zuvor. In fast jedem unserer Alltagsgegenstände verstecken sich unzählige chemische Elemente, ohne die keines unserer elektronischen Geräte funktionieren würde. Auch das Handy oder der Computer, auf dem Du oder Sie gerade diesen Bericht liest, würde ohne Kupfer, Lithium, Zinn, Indium, Mangan, Kobalt, Wolfram, Gold, Germanium und viele weitere seltene Metalle nicht laufen. Bei ihrer Förderung werden Unmengen von Wasser verbraucht und Schadstoffe freigesetzt, die unsere lebendige Erde und die Menschen auf ihr bedrohen. Außerdem lernten wir auf dem Seminar, dass die meisten Kriege in unserer Welt aus Gier nach den knapp werdenden Rohstoffen geführt werden.
Ein trauriges Paradebeispiel dafür ist die Demokratische Republik Kongo, die seit mehr als 50 Jahren unter einem nahezu ununterbrochenen Bürgerkrieg leidet. In dem zentralafrikanischen Land werden viele der sogenannten Seltenen Erden für die High-Tech-Industrie unter menschenunwürdigen Bedingungen gefördert. Hunderttausende unschuldiger Menschen werden dafür tagtäglich von Warlords zur schweren Arbeit in den Gold- Mangan- und Kobaltminen gezwungen. Der Erlös aus dem Verkauf der Rohstoffe finanziert den Warlords weitere Waffen und Söldner durch die größere Gebiete eingenommen werden sollen. Die Demokratische Republik Kongo zählt heute zu den fünf instabilsten Staaten der Erde und viele der Einwohner machen sich als Flüchtlinge auf den tödlichen Weg über das Mittelmeer, um das reiche Europa zu erreichen, das diesen Krieg indirekt fördert. Unsere Nachfrage nach immer kleineren und leistungsfähigeren Smartphones, Tablets und Laptops treibt den Bedarf und die Preise der enthaltenen Rohstoffe in die Höhe. Wir finanzieren Krieg und moderne Sklaverei in Afrika und lösen obendrein massive Umweltzerstörungen aus. Das widerspricht jedem ethischen und ökologischen Grundsatz der europäischen Zivilisation.
Was muss also unser Fazit aus diesen Tatsachen sein? Die immense Gier nach Rohstoffen muss nachlassen. Wir, die junge Generation und damit Hoffnungsträger der Zukunft, müssen lernen, unseren unerschöpflichen Konsum zu begrenzen und mit weniger zufrieden zu sein. Fürs Erste sollten wir unsere Geräte möglichst lange benutzen und danach recyceln, um die wertvollen Rohstoffe zurückzugewinnen. Eine gute Möglichkeit, die Rohstoffe unserer Smartphones nach der Nutzung einem guten Zweck zuzuführen, ist das Programm „Ein Handy für den Gorilla“ der Naturschutzorganisation ZGF. https://naturschutzbotschafter.fzs.org/de/handy-aktion/

Dieser Bericht wurde von Mischa L. verfasst

 

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Das Forschungsbergwerk der TU Freiberg

 

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Erforschung chemotropher Bakterien in 150 Metern Tiefe

 

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Mineralogische Sammlung: Diese Minerale fluoreszieren bei Bestrahlung mit UV-Licht

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Hier folgt der 2. Bericht

Das MINT-EC Camp: Medizintechnik

Nach einer langen Anreise habe ich am Sonntag den 16.9 endlich die Stadt Rottweil erreicht, in welcher die nächsten drei Tage das MINT-EC Camp Medizintechnik stattgefunden hat.
Rottweil ist, wie ich im Laufe des Nachmittags während einer Stadtrundtour gelernt habe, die älteste Stadt Baden-Württemberg, deren Stärke allerdings nicht Architektur ist. So hat die eine Kirche einen schiefen Turm und die andere ist einsturzgefährdet auf Grund der Statik. Am Abend haben wir einige Spiele zum Namenlernen gespielt, wo ich zum Beispiel den roten Raban und den flinken Florian, Felix oder wie er auch noch gleich heißt, kennen gelernt habe.

Am Montag ging es richtig mit dem Thema Medizintechnik los. Wir sind an die Universität Tuttlingen gefahren, wo Professoren uns am Vormittag den Studiengang Medizintechnik sowie Inhalte dieses insbesondere im Bereich der Biosignale, der Bilddaten Verarbeitung und der additiven Fertigung nähergebracht haben. Nach einer stärkenden Pizza hatte jeder von uns die Möglichkeit, an einem Workshop mit der Spezialisierung der zuvor gehörten Vorträge teilzunehmen.

Im Anschluss unseres Universitätsbesuches sind wir zum Gymnasium Spaichingen gefahren, wo wir einen Vortrag zur MindSphare von Siemens gehört haben. Wieder zurück in Rottweil haben wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Am Dienstag ging es früh um 7:15 Uhr weiter. Die Gruppe hat sich in zwei Teile geteilt. In meiner Gruppe waren wir zuerst bei der Firma Karl Storz. Dort haben wir etwas über Endoskopie und die Fluoreszenz Diagnose gelernt. Nach einer kurzen Führung durch die Werkstatt durften wir auch praktisch arbeiten. Wir durften Operationen an Simulationen durchführen, das heißt z.B. einen Tumor entfernen mit Hilfe eines Endoskops und eine Intubation durchführen.

Am Nachmittag wechselten die beiden Gruppen und wir gingen zur Firma Aesculap. Dort haben wir etwas über Endoprothesen erfahren. Dies durften wir daraufhin auch an Simulationen testen. Wir haben eine Knie Endoprothese, wie sie auch in der OP eingesetzt würde, eingesetzt sowie eine Hüftprothese. Anschließend haben wir noch eine Führung durch das biomechanische Labor bekommen, wo die Prothesen getestet wurden.
Zurückgekehrt in Rottweil waren wir alle erschöpft, doch haben trotzdem noch unseren letzten Abend genutzt und bis spät in die Nacht hineingeredet. Wie auch immer wieder im Laufe der Tage hatten wir eine Auseinandersetzung über die Aussprache vieler Wörter wie China, Titan oder Ballon. Dies kam natürlich bedingt dadurch, weil wir zum einem im schwäbischen Teil Deutschlands waren und zum anderen weil wir aus allen Teilen Deutschlands und sogar Österreichs kamen.

Am Mittwoch endete das Camp mit unseren Abschlusspräsentationen, die aus zeitlichen Gründen und wegen des fehlenden WLANs alle erst in der Nacht davor vorbeireitet hatten, was man allerdings nicht bemerkte.
Alles in allem hat mir das Camp sehr gefallen. Ich habe einen Einblick in die Medizintechnik und sogar in die Tätigkeit eines Arztes vor allem eines Chirurgen erlangt und habe sehr nette und coole Leute kennen gelernt. Ich kann jedem nur empfehlen, die Möglichkeit an so einem Camp wahrzunehmen.

Bericht verfasst von Katharina C.

 

Es folgen ein paar Eindrücke vom Camp:

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