logo

Menu

UEG Fantasygeschichte

 

KAPITEL 1 – DIE ENTDECKUNG

„Ich denke, dieses Brimborium um den kranken König ist völlig unsinnig. Er hat schon mehr Krankheiten überstanden, als jemand zählen könnte. Als ich gestern losgeflogen bin, hat kaum einer von meiner Abreise Notiz genommen, ja nicht einmal meine Mutter hat sich wirklich um mich gesorgt, zumindest hat sie nichts gesagt,  außer: ´Pass auf dich auf, Ethies!´.“ Der Fehnjunge Ethies schwebte über den trostlosen Weiten des Königsmoores, vorbei an der Domäne und in Richtung Leer. Er dachte über seine Abreise nach. In den letzten Tagen war in der Nebelstadt der Fehnleute über dem Königsmoor, wo Ethies nahezu seine ganze Jugend verbracht hatte, die Hölle los. Der König war sterbenskrank, der Prinz tödlich verunglückt und die Minister für Energieversorgung und die für Edukation waren nach dem Energie-Skandal entlassen worden. In diesen schweren Tagen musste jeder mit anpacken, damit das Königreich stabil blieb. Alle Erwachsenen waren mit Geschäften und Aufrechterhaltung des Systems beschäftigt und die älteren Schüler hatte man aus dem Unterricht genommen und damit beauftragt, neue und ergiebige Energiequellen zu suchen. Dafür mussten sie Nebelstadt über den großen Spiegel im Zentrum verlassen, der sie auf einen der zahlreichen Moorseen und Tümpel im Fehngebiet spiegelte. In dieser Zwischenwelt zwischen Fehn- und Menschengebieten lauerten zahlreiche Gefahren. Dafür hatte man sie mit Sonderrationen an Energie ausgestattet, genug um den Unsichtbarkeitszauber anzuwenden, wenn es nötig wurde.Trotzdem wusste Ethies, dass einen Grund gab, warum in Nebelstadt alle herumgelaufen waren, wie kopflose Moorleichen. Die Berichte der Nachbarvölker erzählten von tätlichen Übergriffen von Ratten, den ekelhaftesten Geschöpfen, die je auf dieser Welt ihr Unwesen getrieben hatten. Es gäbe ganze Rudel von ihnen, die in der Dämmerung ihr Unwesen trieben. „Ach was!“, lenkte sich der Junge ab, „Wenn ich nicht aufhöre, über die Regierungsangelegenheiten nachzudenken, fliege ich in der Dämmerung noch gegen einen Vogel oder Ähnliches. Ich muss mich auf die Suche nach dem ultimativen Energieschatz machen, sonst habe ich keine Chance gegen die anderen Streber in dem Jahrgang.“ Ethies flog weiter. Als unter ihm ein Bauernhof auftauchte wollte er schon umdrehen, denn der Auftrag lautete bis zu den Menschen, nicht ganz dort hin, das wäre zu gefährlich. Da spürte Ethies ein leises Kribbeln eine geradezu gigantische Energiemenge. Er flog natürlich gleich auf sie zu, um sie zu untersuchen. Am Fenster sah er einen Jungen, der an einem merkwürdigen Gerät saß. Es war wohl eine Art Bildschirm, denn auf der Oberfläche sah Ethies viele kleine Figuren herumrennen. Das musste ein Computer sein. Von diesen Geräten hatte er schon einmal gehört, als die Heiler den lebensgefährlich verletzten Fehnjungen Albis behandelt hatten. Damals hatte der sterbende Junge gesagt, dass er ein interessantes Gerät gesehen habe, vor dem ein Kind der Menschen gesessen hatte. Auf diesem Gerät hatte er kleine Figuren herumtollen sehen. Dann kam eine Frau und sagte etwas von einem Martin und dass er seinen Computer ausmachen solle. Kurz darauf hatte es angefangen zu Gewittern und der Junge wurde von einem Blitz erfasst, während er auf der Fensterbank fasziniert auf den Computer starrte. Der Junge hatte die Verletzungen nicht überlebt und war einige Stunden später gestorben. Ethies dachte nach, wie so oft in letzter Zeit. Er dachte sich: „Dieser Junge setzt Energiemassen frei, da würden den Ältesten die Münder sperrangelweit offen stehen bleiben. Warum hat Albis nichts davon erzählt? Er musste es vergessen haben. Aber so etwas kann man doch nicht einfach vergessen! Egal, ich fange jetzt an, die Energie abzusaugen.“ Er machte es wie immer: Erst nahm er die negative Energie auf und ließ sie in Form von Kälte in den Körper des Jungen fahren. Dann schnappte er sich die positiven Energien und speicherte sie endgültig. „Donnerwetter, ich kann nicht mal ein Drittel von all dieser Energie mitnehmen und auch ich kann für mich selbst gerade mal 10% der verbleibenden nutzen. Das ist die Lösung für unser Energieproblem. Das ist die Energiequelle, nach der wir alle so verzweifelt gesucht haben!“ Ethies sah in den inzwischen dunkel gewordenen Himmel, an dem nach und nach immer mehr Sterne aufleuchteten. „Ohne Albis hätte ich niemals etwas mit diesem Computer anzufangen gewusst.“. Er sah zu dem Viertel des Mondes am Sternenzelt und flüsterte in die Nacht hinein: „Danke Albis…“

Unser Leitbild

Leitbild-banner-klein2012