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Ernst Ulrich von Weizsäcker zu Besuch am UEG

 

Am 22. Juni war Ernst Ulrich von Weizsäcker (verwandt mit dem ehemaligen Bundespräsidenten v. Weizsäcker) an unserer Schule zu Gast. Er hielt einen spannenden Vortrag zum Thema "Freiheit in Zeiten des Klimawandels". Er folgte der Einladung der Fachschaften Geschichte und Politik, seinen Vortrag "Freiheit in Zeiten des Klimawandels" zu halten und mit den  Schülern des 12. Jahrgangs ins Gespräch zu kommen. Diese Veranstaltung ist im Rahmen des Schuljubiläums durchgeführt worden. Relevant für unsere Schule ist die Thematik in mehrerlei Hinsicht: Zum einen gab es in jüngster Zeit diverse Anstrengungen aus der Schülerschaft, das UEG nachhaltiger zu gestalten, wie etwa viele Seminarfächer zeigen. Auch die Bewegung Fridays for Future erfreut sich großer Beliebtheit.

Ubbo Emmius, nach dem sich unsere Schule seit 50 Jahren nennt gilt in der Geschichtsforschung als Vorkämpfer des Parlamentarismus. Ostfriesland an sich ist ebenfalls seit jeher für die "friesische Freiheit" bekannt. All diese Bezüge stellten Frau Wieligmann und Frau Glorius in kurzen einleitenden Worten her. Danach begann Herr von Weizsäcker mit seinem Vortrag.

Ernst Ullrich von Weizsäcker (Jahrgang 1939) selbst charakterisiert sich als "Nutznießer" der Freiheiten des Nachkriegsdeutschlands. Dennoch hat der Club of Rome, dessen Ko-Präsident er von 2012 bis 2018 gewesen ist, bereits 1972, also im Jahr der Neugründung unserer Schule, eine Studie mit dem Titel "Die Grenzen des Wachstums" veröffentlicht. Nach dieser Studie korreliert die Zerstörung des Weltklimas mit der wirtschaftlichen Kraft eines Landes. Diesen Zusammenhang machte von Weizsäcker, wie seinen ganzen Vortrag, fachlich fundiert und anschaulich klar. Besonders eindringlich ist wohl vielen Schülern die Graphik in Erinnerung geblieben, nach der große Teile Nordwestdeutschlands in Zukunft von Wasser bedeckt sein könnten, wenn sich die Erderwärmung nicht aufhalten ließe.

Nachdem von Weizsäcker also die drohenden Gefahren skizziert hatte, begann er mögliche Lösungen des Problems aufzuzeigen. Für ihn tragen das Wirtschaftswachstum und die wachsende Weltbevölkerung Schuld an der sich seit den 1950er Jahren "füllenden" Welt. Deswegen müsse in Zukunft das Wirtschaftswachstum vom Ausstoß von Treibhausgasen entkoppelt werden. Als möglichen Weg dahin führt von Weizsäcker die Gründung eines "Klimaclubs" an, innerhalb dessen dann CO2-Zertifikate gehandelt werden. Dann nämlich sei es auch für Entwicklungs- und Schwellenländer attraktiv, das Klima zu schützen. Auch das Etablieren der sog. Kreislaufwirtschaft müsse geschehen, um die Ressourceneffizienz zu erhöhen. Optimistisch zeigte er sich in Hinsicht auf die Kosten von Klimatechnologien. Diese seien in der Vergangenheit etwa bei den Solaranlagen um 99% gefallen, was auch auf andere Bereiche übertragbar wäre.

Der Vortrag wurde abgerundet von philosophischen Gedankenanstoßen, wie etwa einer "neuen Aufklärung".

Nach seiner Rede appellierte er an die Schüler, sich ihren "frechen" Geist zu bewahren und lebenslang zu lernen.

Die Schülerschaft bedankt sich an dieser Stelle bei Herrn von Weizsäcker für den bereichernden Vortrag.

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