Im Alter von 101 Jahren ist am 12. Mai der Shoah-Überlebende Albrecht Weinberg gestorben. Viele Jahre lang berichtete der gebürtige Ostfriese an Schulen – auch an unserer – über seine schlimmen Erlebnisse im Nationalsozialismus: über die Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung seiner jüdischen Familie und die Ermordung seiner Eltern. Und über sein eigenes schweres Schicksal: Er überlebte die drei Konzentrationslager Auschwitz, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen und wanderte mit seiner Schwester unmittelbar nach dem Krieg in die USA aus, da er im Land der Täter nicht mehr leben wollte. Erst nach über 60 Jahren kehrte er nach Ostfriesland zurück, wo er als Zeitzeuge gegen das Vergessen und für ein friedliches und tolerantes Miteinander eintrat. „Wir sind alle Menschen!“, so erinnerte er uns jedes Mal.
Für sein Engagement wurde er vielfach geehrt und ausgezeichnet. Die Stadt Leer konnte ihrem Ehrenbürger schließlich ein schönes Geschenk zum 101. Geburtstag am 7. März machen und den ehemaligen Synagogenplatz kaufen, um dort – ganz in der Nähe des Ubbo-Emmius-Gymnasiums – zukünftig einen Ort der Erinnerung zu gestalten. Wir sind sehr traurig über den Tod Albrecht Weinbergs.
Wir werden ihn und seine zugewandte, trotz allem humorvolle und zutiefst beeindruckende Art vermissen. Seine Stimme der Toleranz und Vernunft wird fehlen.
Zur Erinnerung folgen Fotos und Eindrücke von Begegnungen mit Albrecht Weinberg:



Das folgende Video stammt aus dem Jahr 2021: