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Gedichte der Klasse 9LF2

Die Klasse 9LF2 hat im Deutschunterricht gesellschaftskritische Gedichte aus verschiedenen Zeiten untersucht und im Anschluss selbst kreative Texte verfasst – von historischen Bezügen bis hin zu modernen Themen. Schnell wurde deutlich, dass Gedichte immer auch Ausdruck ihrer Zeit sind und Missstände sichtbar machen, Kritik formulieren und Leserinnen und Leser zum Nachdenken oder Handeln auffordern können.

Die Schülerinnen und Schüler haben im Anschluss jeweils ein eigenes gesellschaftskritisches Gedicht zu einem frei gewählten Thema verfasst, das sie persönlich beschäftigt oder das sie für gesellschaftlich wichtig erachten.

An den ersten Entwürfen musste noch viel gefeilt werden: Sprachliche Bilder wurden gestaltet, verschiedene Betonungen ausprobiert und Überflüssiges wieder gekürzt. Am Ende sind tolle Texte entstanden, von denen ihr hier eine Auswahl der besonders gelungenen lesen könnt. Mithilfe der KI haben wir sie in der Homepage-AG visualisiert. Die Gedichte und ihre Visualisierungen könnt ihr unten sehen:

Süßes Gift

Perfekt wie ein Engel
Mit Haar aus Gold
Jeder Blick ohne Mängel
Jeder Schritt genau gewollt

Opfer des süßen Gifts
leeres Herz aus Porzellan
hoff dass es nicht bricht
Hass brodelt im Vulkan

Ist es je genug?
Ich will immer mehr
fühlt sich an wie Betrug
mein Körper viel zu leer

Sie sagen mir ,,tu mehr”
wie sieht mich die Welt?
Spiegelbild wird schwer
Süßes Gift hat mich verstellt

Blinder als die Nacht
öffnet eure Augen!
Ich kämpfe eine Schlacht
gegen den ständigen Hass,
macht, dass er aufhört!

Fehlende Chancen

Gleiche Schule, gleiche Zeit,
doch nicht für jeden ist es leicht.
Die einen haben Geld und Raum,
die anderen suchen ihren Traum.

Die einen haben viel Hilfe,
die anderen lernen allein.
Für die einen ist der Weg ganz einfach,
für andere kann er schwer sein.

Ist Bildung wirklich für alle da,
wenn Geld die Zukunft lenkt?
Wann wird endlich jedem klar,
dass Bildung Zukunft schenkt?

Der Berg der Bücher, wann ist er weg?

Papierberge bis zur Decke,
kein Ende zeigt sich im Verstecke.
Das letzte Kapitel kaum gelesen,
als wäre es nie da gewesen.
Schon schlägt das nächste Buche auf,
so nimmt es wieder seinen Lauf.

Mein Kopf arbeitet stur wie eine Maschine,
doch ich verziehe keine Miene.
Ich ziehe die Bücher hinter mir her,
die Last der Seiten erdrückt mich sehr.
Die Bücher, sie drohen mich zu fressen,
dabei habe ich fast die Zeit vergessen.

Ich schreibe Arbeiten und Noten,
als wären Träume uns verboten.
Ich lerne jeden Tag aufs Neue
und hoffe, dass ich nichts bereue.
Ich muss auch noch zur Schule gehen,
und seh die Stunden wie sie vergehen.

Ich möchte in die weite Welt hinaus
und male mir die Zukunft aus.
Meine Träume die ich erreichen will
die Angst im Kopf ist niemals still.
Der Berg der Bücher, er ist nicht mehr so groß
jetzt bin ich den Druck mal endlich los.

Die Gesellschaft ist so gespalten

Die Gesellschaft ist so gespalten,
den Armen wird viel weggenommen,
Sie werden von den andren weggehalten
und haben kaum die Chance, heraus zu kommen.

Die einen machen Urlaub auf ihrer Yacht,
die anderen frieren unter Brücken bei Nacht.
Sie kämpfen mit dem System, Tag für Tag
und müssen ertragen, was keiner ertragen mag.

Die Privilegierten können in der Schule mithalten,
ihre Zukunft ist leichter zu gestalten.
Die andren schon lange hinterher
und jeder Schritt zur Bildung fällt ihnen schwer.
Sie versuchen es zu verstehen,
doch werden nicht gesehen.

Die Gesellschaft ist so gespalten.

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Verlorene Kontrolle

Ein süßer Trank, der dich umschmeichelt,
er tarnt sich gut als Freund der Nacht,
der deine Sorgen sanft gestreichelt,
und dich im Sturm zum Spaß gebracht.

Doch tarnt sich hier ein falscher Retter,
er zieht ein wie das trojanische Pferd,
vorbei an Schutz und jedem Wetter,
bis er dein sicheres Land zerstört.
Du lässt den Alkohol herein,
und glaubst an den sanften Schein.

Aus kleinen Schlucken wird Gewohnheit,
die dich von deinem Leben trennt,
es schleicht sich ein die Abhängigkeit,
die mit dir durch dunkle Gassen rennt.

Die Wege kreuzen schwere Schatten,
wenn Unfälle das Glück zertrümmern,
wo Lichter wild im Dunklen matten,
wird sich kein falscher Freund mehr kümmern.
Die Straße brennt im fahlen Licht,
weil jede Sicherheit zerbricht.

Und am Ende dieser dunklen Reise,
wo stumm die kalte Überdosis droht,
verhallt der Hilferuf ganz leise,
bevor die Stadt im Feuer loht.

Das Holzpferd brennt, die Mauern brechen,
wer zu spät aus dem Traume erwacht,
sieht nun der Täuschung bitteres Räuchern,
wenn einsam sinkt die letzte Nacht.

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