In dem letztjährigen Weihnachtsgottesdienst stand eine zentrale Botschaft im Vordergrund: Jede Person sollte sich unabhängig von ihren Leistungen beim Blick in den Spiegel geliebt und wertgeschätzt fühlen. Auf die Kinder und Jugendlichen, welche in Wohngruppen im IFI Kinderheim in Leer leben, treffe dies oftmals nicht zu, wenn sie dort einziehen. Nicht selten erführen sie zuvor im Elternhaus physische oder psychische Gewalt.
Eigentliche Selbstverständlichkeiten wie herzliche Umarmungen, das Einnehmen regelmäßiger Mahlzeiten und Unterstützung im Alltag seien den Kindern und Jugendlichen fremd, ehe sie in den besagten Wohngruppen ein neues Zuhause finden, berichtete Renate Harms-Tapken. Die Geschäftsführerin des IFI Kinderheims Leer besuchte am Freitag den Reli-LK des 12. Jahrgangs, um die gesammelte Kollekte des Weihnachtsgottesdienstes, die sich auf 291,31€ beläuft, entgegenzunehmen. Solche Spenden hätten nicht nur einen materiellen Wert, sondern vermittelten den Kindern und Jugendlichen, dass an sie gedacht werde.
Während ihres Besuchs erzählte Frau Harms-Tapken sehr ausführlich von den facettenreichen Aufgabenfeldern der Jugendhilfe und beantwortete die zahlreichen Fragen des Reli-LKs. Vordergründige Ziele ihrer Arbeit bestünden darin, den Kindern und Jugendlichen Anerkennung entgegenzubringen, ihnen einen geregelten Alltag zu bescheren, sie in ihren Bedürfnissen wahrzunehmen und in jeglichen Lebenssituationen zu unterstützen.
Als besonders berührend empfand der Reli-LK unter anderem eine kurze Erzählung zu einem achtjährigen Mädchen, das erst in einer Wohngruppe erfuhr, was es überhaupt bedeutet, Geburtstag zu haben. Schlussendlich waren sich alle einig, mit dem IFI Kinderheim Leer den richtigen Adressaten für die Kollekte gefunden zu haben, da den Kindern und Jugendlichen dort ein sicheres Umfeld geschaffen wird, in dem sie Spaß haben dürfen und - entsprechend der zentralen Botschaft des Weihnachtsgottesdienstes - so geachtet werden, wie sie sind.
